MAKING OF: "MOTORRADAUSFAHRT"
- FELICIA ARTWORK

- 9. März
- 3 Min. Lesezeit
Wie das Bild "Die Motorradausfahrt" entstand (ACRYL AUF LEINWAND)

“Ich hätte gerne ein Bild, etwa 60 auf 80 cm groß, mit meinem eigenen Motorrad drauf. Gerne pinke oder violette Farbtöne, mit einem schönen, natürlichen Hintergrund, einer Landschaft zum Beispiel. Außerdem hätte ich gerne ein Smiley mit auf dem Bild, egal wo. Ich möchte das Bild anschauen, und schöne Momente im Kopf haben.”
Das waren die Vorgaben, die ich von einem guten Freund als Wunsch für ein Bild erhalten habe. Außerdem noch ein KI generiertes Bild, das als Inspiration dienen sollte, damit die grundlegenden Merkmale veranschaulicht sind.
Ich beschloss, die Berglandschaft, die Abendstimmung und den Flusslauf für das Bild in etwa zu übernehmen, allerdings mit mehr Sonne und mehr sichtbarem Wasser.

Um der komplexen Form des spezifischen Motorrads mitsamt der besonderen Perspektive von hinten oben gerecht zu werden, fertigte ich zum Zeichnen eine Schablone für den Umriss an, damit alle Proportionen stimmen und das Motorrad eine realistische Silhouette hat. Es war meinem Freund wichtig, “sein” Motorrad in der Form wiedererkennen zu können. Die Schablone legte ich probeweise an verschiedene Stellen der Leinwand, um zu bestimmen, wo das Motorrad platziert werden sollte.

Ich betrachtete das KI-Bild und fand, dass es auf mich recht einsam wirkte, wie das Motorrad da allein auf dem Felsen stand. Ich nahm also das Inspirations-Bild, das er mir geschickt hatte. Mit Photoshop überarbeitete ich das Inspirations-Bild was er mir geschickt hatte, und zeigte ihm, wie es etwa aussehen würde, wenn neben dem Motorrad auch eine Person stünde.
Er fand die Idee gut, also plante ich eine Person dazu. Auch für die Person nutzte ich eine Schablone, um deren Proportionen und vor allem deren Größe im Vergleich zum Motorrad so realitätsnah wie möglich zu gestalten.
Als ersten Schritt habe ich die Leinwand grundiert, in einem lilafarbenen Ton. Sollten beim Malen der eigentlichen ersten Schicht nämlich Vertiefungen ein Auftragen der Farbe verhindern, würden diese als weiße Punkte die Farbe unterbrechen. Hat man die Leinwand vorher in einer ähnlichen oder passenden Farbe grundiert, sind weiße Vertiefungen wesentlich seltener, außerdem ist die Fläche bereits glatter.

Darauf folgte die grobe Einteilung des Bildes mit einfacher Skizzierung.
Dann habe ich den Himmel mit einem Farbverlauf von gelb bis violett aufgetragen und passend dazu das Wasser, das oft ähnliche Farben wie der Himmel aufweist. Außerdem ergänzte ich von der Sonne erhellte, rosa leuchtende Wolken. Die ersten, hintersten Berge habe ich in einem zarten Violett gehalten, das viel von der Farbe des erhellten Himmels in sich trägt. Je näher die Berge zum Betrachter kamen, desto mehr eigene Farbe haben sie erhalten und umso deutlicher wurde die Struktur.

Bei dem Felsen im Vordergrund nutzte ich Strukturpaste mit Stein-Effekt, um ihn realistischer darzustellen.
Außerdem entsteht durch die optische und spürbare, echte Struktur der Eindruck, dass der Felsen aus der Leinwand heraustritt, was das Bild direkt interessanter und im wahrsten Sinne des Wortes greifbarer macht.
Nachdem der Hintergrund fertig und trocken war, begann ich mit dem eigentlichen Motiv.
Die Schablonen von Motorrad und Person hatte ich in verschiedenen Grössen angefertigt, damit ich teste konnte, wie die Verhältnisse sein müssen und welchen Platz ich diesen zuweise sollte. Ich testete verschiedene Kombinationen und entschied mich dann für ein aus meiner Sicht realistisches Arrangement. Nachdem ich mich auf Größe und Platzierung festgelegt hatte, malte ich beide Silhouetten der Motive mit dunkler Farbe auf die Leinwand.
Jetzt war die richtige Schichtung an der Reihe. Mit immer heller werdenden, aufeinander liegenden Schichten, gab ich Motorrad und Mensch einen Körper. Hier war viel Improvisation und Intuition gefragt.
Zum Schluss mussten Licht und Schatten verdeutlicht und aufeinander abgestimmt werden.
Kleine Details wie der Rückenprint und das Leuchten der Scheinwerfer fangen den Blick nochmal besonders ein, und machen das Bild lebendig.
So ist ein absolut persönliches Bild entstanden, das meinem Freund hoffentlich für sehr lange Zeit große Freude bereiten wird.


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